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Veröffentlicht am: 22.09.2017; HNA

Geflüchtete Menschen können Integrationsbemühungen in einem Pass dokumentieren

Integration schwarz auf weiß: Heiko Bamberger, Integrationsbeauftragter der Stadt Melsungen, unterstützt
die Geflüchteten bei ihren Bemühungen. Foto: Dewert

MELSUNGEN. Die etwa 300 Geflüchteten in Melsungen können künftig ihre Integrationsbereitschaft dokumentieren. Dafür gibt es seit einigen Wochen den Integrationspass im Schwalm-Eder-Kreis. Die Melsunger Integrationsstelle beteiligt sich jetzt an dem Projekt. „Wir wollen den Pass und die Möglichkeiten bei den Geflüchteten in Melsungen bewerben“, sagt Heiko Bamberger, Integrationsbeauftragter der Stadt.

Melsungen hatte mit der Integrationsvereinbarung bereits eine Vorreiterrolle im Landkreis übernommen. Geflüchtete konnten auf freiwilliger Basis einen Vertrag abschließen. Damit erkannten sie die freiheitlichen demokratischen Grundsätze Deutschlands an. Die Stadt sagte ihrerseits zu, die Menschen bei ihren Integrationsbemühungen zu unterstützen. Etwa 100 Menschen haben diesen Vertrag unterschrieben. Inwieweit die Inhalte auch gelebt und umgesetzt wurden, sei natürlich nur schwer zu überprüfen, sagt Bamberger. Die gewaltfreie Kindererziehung ist beispielsweise einer dieser Grundsätze.

Im Integrationspass werden die Bemühungen hingegen nachvollziehbar dokumentiert.

Derzeit leben 250 Geflüchtete in Wohnungen und 50 in der Gemeinschaftsunterkunft. 70 der 300 sind Kinder und Jugendliche. In den Stadtteilen leben neun in Kirchhof, fünf in Günsterode und elf in Obermelsungen. Die Zahlen stammen von der Integrationsstelle der Stadt.

Die Integrationsbeauftragten stellen den Pass am Mittwoch, 4. Oktober, ab 16 Uhr im Kontaktcafé in der Pfarrscheune vor.

Die Integrationspässe erhalten die anerkannten Geflüchteten beim Jobcenter und von ihrer Orientierungsghelferin in der Betreuungsstelle für Zuwanderer beim Landkreis.

850 Pässe seien seit Projektstart Anfang September bereits verteilt worden, sagt Adriana Reitz, Projektkoordinatorin und Ideengeberin. Reitz ist zuständig für das Projekt WIR „Wegweisende Integrationsansätze realisieren“ des Landes Hessen.

von Damai D. Dewert

Kommentar - Nur ein guter Ansatz

Damai D. Dewert über den Integrationspass

Die Geflüchteten können ihre Integrationsbemühungen dokumentieren. Das ist gut und transparent. Hilft es ihnen vor allem auch selbst, zu zeigen, dass sie wollen.

Es gab bei den Jobcentern überlegungen, den Integrationspass zu einem Bestandteil von Eingliederungsvereinbarungen zu machen. So könnten die Leistungen bei fehlendem Willen sanktioniert werden. Das Sozialgesetzbuch ließe das zu. Warum nicht diesen Schritt gehen. Wir verlangen arbeitssuchenden Menschen einiges ab. Wir sollten auch von Geflüchteten erwarten dürfen, alles Mögliche zu unternehmen, sich zu integrieren.