Stiftung kinder- und familienfreundliches Melsungen · Förderverein für ein zukunftsfähiges Melsungen e.V.

Filter fühlte sich an wie Haut

Veröffentlicht am: 02.12.2011; HNA

Wasserrucksack war Thema in Kinderuni

MELSUNGEN. Sauberes Trinkwasser war am Mittwoch das Thema der Melsunger Kinderuni. Die zu einem Vorlesungssaal umgebaute Stadthalle war mit über 130 Kindern bis auf den letzten Platz belegt. Einige Hörer mussten sich sogar mit einem Sitzplatz auf der Treppe begnügen, um die Vorlesung zu verfolgen. Im Mittelpunkt der theoretischen und praktischen Darbietungen und Vorführungen stand der Wasserfilter Paul. Dr. Wernfried Schier hatte seine Kinderstudenten schnell für sich gewonnen. Die Kinder beeindruckten mit ihrem Wissen. Auf fast jede Frage gab es Antworten. Wozu gebraucht der Mensch Wasser? Wie wichtig ist das Wasser für das tägliche Leben? Was geschieht bei Genuss von schmutzigem Wasser?

Wie menschliche Haut

Der Dozent erklärte, dass Überschwemmungen zu den häufigsten Naturkatrastrohen gehören, die genießbares Wasser schnell knapp werden lassen. „Wie kann aus schmutzigem trinkbares Wasser herstellen?“, fragte er.

In einer Versuchsreihe demonstrierte Diplomchemikerin Alice Schneider vom Institut für Wasser, Abwasser, Abfall und Umwelt der Universität Kassel, dass weder mit Sieben noch Kaffeefiltern sauberes Wasser gewonnen werden kann. Die Lösung des Problems brachte die Membran. Dr. Schier zeigte sich erstaunt, als auf seine Frage, welche Teile am menschlichen Körper Membranfunktion haben, sehr schnell aus dem Kreis der Kinder die Antwort „Haut“ kam.

Geburtstagskind Marianne Goujard (10) durfte dann als Assistentin auf die Bühne und half beim Begutachten der Versuchsergebnisse. Sie fand heraus, dass sich die für den Nanofilter verwendete Membran tatsächlich wie Haut anfühlt.

Den Kindern wurde erläutert, wie der Wasserfilter Paul erfunden wurde. Der Name ist übrigens eine Abkürzung und steht für Portable Aqua Unit for Lifesaving, übersetzt: Tragbare Wasseraufbereitungsanlage für Lebensrettung.

400 Filter in alle Welt

Der Präsident des Lions Club Melsungen, Dr. Gunther Claus, erklärte den Hörern, dass sich seine Clubfreunde gerne für Paul engagieren. Er berichtete, dass die deutschen Lions inzwischen mehr als 400 der Wasserfilter Paul in alle Welt geschickt haben, um dort notleidenden Menschen in schwer zugänglichen Gebieten zu helfen. Diese Hilfe werde man, hoffentlich mit Unterstützung vieler Mitbürger, auch in Zukunft leisten. Die zweite Vorsitzende des Vereins „Familienfreundliches Melsungen“, Ilona Braun, dankte dem Lions Club Melsungen. Er habe die Kosten der Uni Kassel getragen und dem Projekt Paul und der Jugendarbeit in Melsungen geholfen. (zho)