Die Pinnwand ist jetzt ordentlicher
Veröffentlicht am: 25.07.2024; HNA
Nicole Funck ist neue Kinder- und Familienbeauftragte der Stadt Melsungen

Melsungen – Lebenslanges Lernen ist ihr wichtig: Mit Ende 40 hat sich Nicole Funck dazu entschlossen, an die Uni zu gehen, nun hat sich der Aufwand ausgezahlt. Die 52-Jährige ist seit dem 1. Juni die neue Kinder- und Familienbeauftragte der Stadt Melsungen und beerbte damit Karin Plötz-Hesse, die nach über 20 Jahren in den Ruhestand wechselte.
Wer neu an seiner Arbeitsstelle ist, verbringt die ersten Tage oft damit, sich bei den Kollegen vorzustellen und einen ersten Smalltalk zu führen – bei Nicole Funck war das anders. Sie ist ein bekanntes Gesicht im Kinder- und Familienbüro. Seit Oktober 2022 saß sie im Rahmen einer Praxisphase ihres Studiums im Vorzimmer von Karin Plötz-Hesse und lernte das alltägliche Geschehen in der Familienarbeit kennen. Im Januar, als Plötz-Hesse krankheitsbedingt ausfiel, übernahm Funck das Zepter vertretungsweise bis zu ihrem offiziellen Amtseintritt im Juni. Deshalb beschreibt sie ihre sieben Wochen als Kinder- und Familienbeauftragte relativ unaufgeregt: „Es war nicht viel anders, als davor. Doch die Arbeit bereitet mir große Freude.“
Ihr Händchen im Umgang mit Menschen hat die gebürtige Kasselerin schon länger. Aus diesem Grund entschied sie sich nach der Schule dafür, eine Erzieherinnenausbildung zu machen. Nachdem sie dreifache Mutter wurde, arbeitete sie in der Kinder- und Jugendhilfe. 2020 schrieb sich Funck an der Uni Kassel ein und studierte Soziale Arbeit und Sozialpädagogik. Bei ihrer Praxisphase im Familienbüro stellte sie unter Beweis, dass sie an der richtigen Adresse ist. Das sieht auch ihre Vorgängerin so, die besonders von Funcks emphatischen Fähigkeiten angetan ist: „Das ist wichtig in diesem Job.“
In der kommenden Zeit will Funck auf der Arbeit von Plötz-Hesse aufbauen, Projekte vorantreiben und ein Netzwerk zu anderen Fachstellen, die für ihre Gäste wichtig sind, bilden. Ihr nächstes großes Projekt sei, den Weltkindertag am 20. September zu organisieren – eine der Lieblingsaufgaben ihrer Vorgängerin: „Der Weltkindertag war immer ein Highlight – einfach toll“, schwärmt Karin Plötz-Hesse auch heute noch von dem jährlichen Ereignis.
Wenn bei Funck eine Frage aufkommt oder sie an einer Stelle nicht weiter weiß, dann könne sich die 52-Jährige immer, so sagt es Plötz-Hesse, bei ihr melden. Die 65-Jährige habe im Ruhestand „genügend Zeit, um bei Fragen da zu sein“.
Die neu gewonnene Zeit ist das, was die gebürtige Melsungerin am meisten an ihrer Rente schätzt. Gerade die Möglichkeit, viele gemeinsame Momente mit ihren beiden Enkeln zu erleben, sei ein großes Geschenk. So oder so wird der Sozialpädagogin nicht langweilig: Ob Stricken, Spinnen, Malen oder Kochen – sie wisse sich immer zu beschäftigen. Einen Urlaub habe die 65-Jährige, die inzwischen in Körle lebt, nicht geplant. „Vielleicht dann im nächsten Jahr“, sagt sie.
Und hin und wieder ist Karin Plötz-Hesse noch im Familienzentrum vor Ort – als Vorstandsmitglied des Fördervereins für ein zukunftsfähiges Melsungen. Da schaue sie auch mal in ihrem alten Büro vorbei. Schon wenige Wochen nach dem Einzug von Nicole Funck sei die Pinnwand hinter dem Schreibtisch „deutlich ordentlicher“ als zu ihrer Amtszeit gewesen. „Jeden Freitag werfe ich alle abgehakte Notizzettel weg. So behalte ich etwas Ordnung am Platz“, kommentiert Funck, die mit ihrem Ehemann in Spangenberg wohnt.
Während sich Nicole Funck auf die kommenden Jahre als Kinder- und Familienbeauftragte Melsungens freut, sieht Plötz-Hesse in ihr die perfekte Nachfolgerin: „Ich habe das Amt in gute Hände übergeben.“
Indes mache die „Vielfalt der Arbeit“ die neuen Aufgaben spannend, findet Funck, die gleich einen Blick in die Zukunft wagt: „Ich plane, an mein abgeschlossenes Bachelor-Studium den Master dranzuhängen“ – so funktioniert lebenslanges Lernen.
